Manuelle Kaffeemühle: Mokkalov vs Timemore C2 Fold

Obwohl ich Softwareentwickler bin, arbeite ich - so wie viele Büroangestellte - erst seit Corona im Homeoffice. In den letzten Jahren habe ich dadurch gemerkt, wie wichtig guter Kaffee für mich ist und verschiedene Lösungen ausprobiert.

Dabei kommt es für guten Kaffee meiner Erfahrung nach eher weniger auf die Brühmethode (Filter, Mokka Kanne, Siebträger, Vollautomat,…) als viel mehr auf die richtige Mahlung an. Die beste Kaffeebohne schmeckt schrecklich, wenn sie für die eingesetzte Zubereitungsart falsch gemahlen wurde.

Insbesondere die Mokka Kanne hat sehr spezielle Anforderungen und eine falsche Mahlung schmeckt man sofort. Da ich verschiedenste Zubereitungsmethoden verwende (Mokka Pot und Siebträger), habe ich mir in letzter Zeit zwei manuelle Kaffeemühlen anlegt und möchte in diesem Beitrag meine Erfahrungen zu diesen teilen.

Funktionsweise von Kaffeemühlen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kaffee zu mahlen. Elektrische Mühlen verwenden meist Propellermühlen, Scheiben- und Flachmühlen oder Kegelmühlen. Propellermühlen zerschlagen die Bohne mithilfe eines drehenden Schlag-Messers - solche Mühlen werden auch z.B. für Smoothies eingesetzt, haben allerdings den großen Nachteil, dass man den Mahlgrad nicht wirklich genau definieren kann und sind daher für Kaffee eigentlich ungeeignet.

Bei Scheibenmühlen drehen sich zwei Mahlscheiben gegeneinander und bei Kegelmühlen sitzt ein immer größer werdender Kegel (meist aus Keramik oder Edelstahl) in der Mitte. Sowohl Scheiben- als auch Kegelmühlen haben meist mehrere Mahlgrade, die man einstellen kann.

Warum eine manuelle Kaffemühle?

Bevor ich in die Unterschiede meiner getesteten Mühlen eintauche, sollte ich vielleicht erst einmal erwähnen, warum ich eine manuelle Mühle über einer elektrischen Variante bevorzuge.

In der Regel gelten in Expertenkreisen die oben genannten Kegelmühlen als die beste Möglichkeit, Kaffee zu mahlen. Das liegt u.a. daran, dass Propellermühlen viel zu ungenau sind und Scheibenmühlen sich für ein gutes Mahlergebnis sehr schnell drehen müssen und dadurch potentiell den Kaffee verbrennen könnten.

Elektrische Mühlen verwenden aber meistens günstigere Propeller oder Scheibenmühlen, für elektrische Kegelmühlen muss man schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Manuelle Mühlen dagegen verwenden schon im günstigen 20 EUR Einstiegsbereich ein Kegelmahlwerk.

Außerdem sind elektrische Mühlen ziemlich groß und durch die Elektronik und dem Aufbau der Geräte verfängt sich in der Regel auch Kaffeepulver mit der Zeit im inneren des Geräts, was u.a. zu Defekten führen kann.

D.h. eine manuelle Mühle bietet schon mit weniger Geld das gleiche Ergebnis wie eine professionelle Kaffeemühle und braucht auch noch weniger Platz. Zwar muss man selbst noch Hand anwenden, das sehe ich in der heutigen Gesellschaft aber eher positiv - jede Muskelbewegung ist für den 0815-Büromenschen ohne viel Bewegung ganz gut.

Löwenkönig Mokkalov

Meine erste Kaffeemühle, hat ein einstellbares Kegelmahlwerk aus Keramik, das von Plastik am Platz gehalten wird und ein Gehäuse aus Edelstahl. Die Kurbel zum Mahlen muss man vor jedem Einfüllen von Bohnen abschrauben. Sehr ähnliche Modelle gibt es von vielen Anbietern für 10 bis 20 EUR und auf chinesischen Shopping-Seiten wie AliExpress kann man sehr ähnliche Kaffeemühlen für Preise unter 10 EUR erwerben.

Obwohl ich am Anfang von der Mühle begeistert war, muss ich mittlerweile von dieser abraten. Anfangs konnte meine Mühle noch relativ fein mahlen, aber dann ist etwas am Plastik, dass das Mahlwerk am Platz hält, gebrochen und seitdem kann ich im Endeffekt nur noch gröber mahlen. Zwar bieten Händler aus China auch die einzelnen Bauteile dieser weit verbreiteten Art von Mühlen an, allerdings werden die Mahlwerke fast immer von Plastik am Platz gehalten, was meine Zuversicht zerschmettert.

Für Filterkaffee oder die Mokka Kanne passt gröberer Kaffee zwar noch ganz gut, für Espresso ist die Mühle aber eher ungeeignet.

Timemore C2 Fold

Meine zweite Anschaffung, nachdem ich die Empfehlung der Kaffeemacher auf YouTube gefolgt bin. Deutlich teurer als die Mokkalov (je nachdem, ob neu oder gebraucht zwischen 40 - 100 EUR), dafür allerdings viel hochwertiger verarbeitet. Die Hülle besteht aus dicken Aluminium und das einstellbare Kegelmahlwerk aus Edelstahl. Für das Einstellen des Kegelmahlwerks muss man nicht wie bei der Mokkalov auf die Anleitung schauen, sondern hat Markierungen an der Einstellscheibe.

Ich hatte bisher noch keine Probleme mit der Mühle. Diese fühlt sich viel hochwertiger an, liegt besser in der Hand und hört sich auch zufriedenstellender in der Benutzung an. Die Mühle kann deutlich feiner mahlen als die Mokkalov je konnte. Zudem muss man die Kurbel nicht abschrauben, sondern kann diese einfach zusammen mit dem Deckel abnehmen und sogar falten, was das Verstauen in einer kleinen Küche angenehmer macht.

Fazit

Es gibt Geräte, an denen man sparen kann. Kaffeemühlen gehören aber eher nicht dazu - billige Mühlen halten nicht lange und können auch nicht wirklich fein mahlen. Wer eine gute Kaffeemühle für Espresso sucht, sollte sich mehrere Vergleiche anschauen und ein eigenes Bild machen.

Gerade die vielen günstigen Chinamühlen aus glänzendem Edelstahl haben ein dunkles Geheimnis aus Plastik welches im Lauf der Zeit brechen wird. Die Timemore hat zwar auch Plastikelmente im Inneren, allerdings wird das Mahlwerk deutlich besser gehalten, was man im folgenden Bild sehen kann:

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